Einführung

Liebe Schwestern und Brüder,

am heutigen Sonntag sind wir eingeladen, nicht gleichgültig zu sein. Christ zu sein bedeutet, die Augen zu haben, die das Leid der Mitmenschen sehen und danach handeln. So sind wir in die Welt gesandt, um den Menschen wieder die Hoffnung zu schenken durch unser Leben im Alltag.

Erste Lesung: Ex 19,2-6a

Antwortpsalm: Ps 100,1-3.4-5

Zweite Lesung: Röm 5,6-11

Evangelium: „Mitleid zu haben“ (Mt 9,36-10,8)

Liebe Schwestern und Brüder,

Jesus ist unser Vorbild. Wir lernen von ihm und er ist unser Meister. Er sagt uns heute, dass wir Mitleid haben sollen.

Jesus ist Gottes Sohn und Retter der Welt. Er freut sich, wenn es uns gut geht. Darum ist er in diese Welt gekommen und hat uns gelehrt, wie wir Gott gefallen können. In diesem Zusammenhang sollten wir das heutige Evangelium verstehen.

Jesus ist unterwegs. Er geht von Dorf zu Dorf, lernt und heilt die Kranken. Die Menschenmenge folgt ihm. Sie haben alles verlassen und sind nur gekommen, um ihn zu hören und das Heil zu erhalten. Jesus hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren müde und erschöpft. Hier finde ich die drei Wörter wichtig für uns alle: Mitleid, müde und erschöpft!

Wenn wir von Mitleid sprechen, denken wir an die Not von andern, die auch uns betroffen machen soll. Deine Not ist auch meine Not. Ich sehe deine Not und ich leide mit dir. Ich bin gegenüber dir nicht gleichgültig, sondern ich bin bereit, dir Trost zu schenken. Dies lernen wir heute von Jesus. Wir sollen die Augen haben, die die Not von anderen sehen und versuchen, ihnen zu helfen. Müde und erschöpft zu sein bedeutet, in Not zu sein: Es ist schwer geworden; ich kann nicht mehr; das schaffe ich nicht mehr; oh mein Gott, ich bin ganz verloren! Wohin soll ich mich wenden?

Viele Menschen unter uns erleben solche Situationen , in denen sie sich verloren fühlen! Haben wir die Augen, dies zu sehen? Oder sind wir nur gleichgültig? Oder verursachen wir selbst solche Situationen?

Wir sind Jünger Jesu und wir sind selbst gesandt, den Menschen zu heilen und die Toten zu wecken! Krankheit oder Tod bedeutet, in Not zu sein. Die Hoffnung ist weg und es gibt keine Zukunft mehr. Unser Auftrag ist es, den Mitmenschen die neue Perspektive zu schenken. Durch ein gutes Wort, durch unser Lächeln, durch unseren Rat, durch unser Gebet, durch unser Geschenk kann diese neue Perspektive möglich werden. Möge Gott uns dabei helfen, dies zu tun.

Amen

                                                                                                                                                           Jean-Renaud Lubiangenu