Halbvoll oder halbleer - das ist hier die Frage!

Die Verteilung der Güter in der Welt ist ungleich und auch ungerecht! Es ist Auftrag und Aufgabe der Menschen von heute, hierin für angemessenen Ausgleich und mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Das ist die Aufgabe der Menschen und nicht die Aufgabe Gottes. Denn Gott hat längst für Ausgleich und Gerechtigkeit gesorgt, indem er die gesamte Schöpfung den Menschen anvertraut hat. Gott hat auch dem Menschen die Fähigkeit und die Talente gegeben, diesen Auftrag auszuführen. Leider erfüllt der Mensch bis heute diese Aufgabe meist nur mangelhaft.

Aber was heißt „angemessen und gerecht“? Bedeutet es wirklich allen Menschen das Gleiche und allen gleich viel? Das glaube ich nicht! Denn würden damit nicht die individuellen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen des einzelnen Menschen unberücksichtigt bleiben? Eine Maus kann nicht die gleiche Last tragen wie ein Elefant! Die Last muss ins Verhältnis gesetzt werden.

Im biblischen Gleichnis der Vermögensverwalter (Mt 25,14-30) bricht Jesus eine Lanze für die ungleiche Verteilung der Talente und fordert gleichzeitig einen sensiblen Blick für die individuellen Möglichkeiten und Grenzen des Menschen. Geraten diese Rahmenbedingungen aus dem Blick, wird der Mensch total überfordert oder total benachteiligt und damit handlungsunfähig. Jesus sagt: „…jedem nach seinen Fähigkeiten“ (Mt 25,15b).

Du brauchst nicht in allen Disziplinen des Lebens Weltmeister zu werden! Das wäre furchtbar anstrengend und lebensfeindlich. Habgier, Hybris und Arroganz führen zwangsläufig ins Chaos und Verderben und bringen am Ende nur Krieg und Vernichtung mit sich!

Also, schau tief in dich hinein, und entdecke Deine Talente und Deine Fähigkeiten, Deine Möglichkeiten, arbeite mit ihnen, wirtschafte mit ihnen, lebe mit ihnen, und du wirst ein erfolgreicher und glücklicher Mensch sein.

Schriftlesung

Der Tag des Herrn soll dich nicht überraschen

1 Thess 5, 1-6

Antwortpsalm

Psalm 128. GL 71

Evangelium

Der erfolgreiche und der faule Verwalter  Mt 25, 14-30

 

Lied

GL 446